Alles schon gesagt?

Inszenierung eines Aussteller*innenblicks in neun Teilen auf die Handlungsspielräume von Labels und Publikum.

Alles schon gesagt?

Inszenierung eines Aussteller*innenblicks in neun Teilen auf die Handlungsspielräume von Labels und Publikum.

Seit über zehn Jahren begleitet uns die blickfang durch unser wechselhaftes Leben als Innenarchitekturbüro mit einer eigenen Möbelkollektion. Hier an der blickfang haben wir viele unserer Kunden und Kundinnen kennengelernt und konnten unser Netzwerk aus befreundeten, gleichgesinnten Kreativschaffenden ständig ausbauen.

Die blickfang ist eine Verkaufsmesse, ihr Angebot richtet sich an sogenannte Endverbraucher und Endverbraucherinnen. Sie ist in erster Linie eine Plattform für vornehmlich kleinere Unternehmen, die hochwertige Produkte selbst herstellen, entwickeln, entwerfen und diese direkt vertreiben, um reelle Verkaufspreise anbieten zu können, ohne schmerzhafte Kompromisse in Bezug auf die Qualität von Design, Materialwahl und Verarbeitungsprozessen eingehen zu müssen. Solche Plattformen braucht es in der stets wachsenden Landschaft der Publikums- oder Direktverkaufsmessen angesichts einer zunehmend verunsicherten Konsumgesellschaft, die sich aufreibt zwischen Weltverbesserungsmission und Schnäppchenjagd.

 

Thematische Spots, locker in der ganzen blickfang-Ausstellung verteilt, geben bruchstückhaft Eindrücke wieder aus einer schon länger währenden Inhaltsrecherche, mit der wir irgendwann begonnen haben: für uns selbst, zu den drängenden Fragen der Zeit. Wir haben zwar keine Antworten gefunden, die als Verhaltensregeln oder Leitlinien taugen. Dafür aber eine Fülle an Quellen, mit deren Hilfe wir uns hier und dort auf manchmal erstaunlich einfache Weise Klarheit verschaffen können in einem Dickicht aus „richtigen“, „falschen“, verantwortbaren und hochbedenklichen, in jedem Fall aber mit allen Mitteln vermarkteten Konsumgütern, Rohstoffen und Produktionsmitteln.

 

Diese kleine „Ausstellung in der Ausstellung“ soll Fragen aufwerfen, überraschen, Widerspruch provozieren, zum Weiter- oder Andersdenken einladen, vielleicht auch Anfang einer Reihe sein, die sich über längere Zeit entwickeln und etablieren kann. Ihre Form – Preisschild- oder Paketanhänger – steht dabei als Symbol dafür, dass wir ständig, bewusst oder unbewusst, Produkte, die wir kaufen oder kaufen möchten, mit Klassifizierungsetiketten versehen, die unser Verhältnis zum jeweiligen Produkt definieren und interner Auslöser dafür sind, ob wir etwas schlussendlich mit einem guten oder schlechten Gefühl kaufen.

 

Vielen Dank an unsere Gesprächspartner*innen und Ideengeber*innen, die uns geduldig zugehört, uns mit Witz und Humor immer wieder aus der Reserve gelockt und zum Weitersuchen animiert haben.

 

This & Barbara Reber

THISMADE

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