Die Macht der Berührung

Produktgestalter haben schon früh erfasst, dass sich Produkte nicht nur über das Visuelle, sondern vor allem durch den Tastsinn erschließen.

Form und Materialität müssen eine Einheit bilden

Wahrnehmungspsychologie, Philosophie und zahlreiche andere Wissenschaften haben stets Auge und Ohr privilegiert. Galt das Sehen doch als wichtigster menschlicher Sinn. Designer, insbesondere Produktgestalter, haben jedoch schon früh erfasst, dass sich Produkte nicht nur über das Visuelle, sondern vor allem durch den Tastsinn erschließen. Form und Materialität müssen eine Einheit bilden – sei es, um besonders harmonisch zu wirken, oder um bewusste Brüche aufzuzeigen. Denn Eigenschaften wie Dichte, Härte oder Glätte erspüren wir. Wir "begreifen" unsere Umwelt und werden zugleich von ihr berührt. Während sich Augen und Ohren in der Nacht eine verdiente Pause gönnen, ist der Tastsinn immer auf Empfang. Grund genug, sich einige Materialien und ihre Kombinationsmöglichkeiten genauer anzuschauen.

Das Material entscheidet

 

Warm, natürlich, aromatisch. Holz ist ein natürlicher Rohstoff und steht für Natürlichkeit und wird oft auch mit Einfachheit verbunden. Wie bei kaum einem anderen Material verbinden wir mit Holz die Nähe zur Natur. Mit Metall, egal ob Eisen, Stahl oder Gold, verbinden wir hingegen Kälte, Härte und Massivität. Was passiert, wenn man diese beiden Materialien, die so unterschiedliche Assoziationen hervorrufen, miteinander verbindet?

Altholz trifft Metall

Weld & Co gestalten unter anderem eine Sitzbank aus Altholz und Metall, die einen charakteristischen Akzent in jedem Wohnraum setzt. Die filigranen Beine sind aus stabilem pulverbeschichtetem Metall gefertigt, die Sitzfläche aus natürlich gealtertem Altholz. Daraus ergibt sich eine sowohl für die Fingerkuppen als auch für die Augen angenehme und abwechslungsreiche Kombination, die zugleich mit dem Alter der Materialien spielt.

Mid-Century Liebhaber aufgepasst!

Dass es mit nur einer möglichen Kombination nicht getan ist, sondern für jeden Stil und Geschmack die Materialien Holz und Metall kombiniert werden können, zeigt MBK12. Markus Kopf verbindet Möbel und Accessoires dank eines Modulsystems, das die Herzen von Mid-Century Liebhabern höherschlagen lässt. Aufbewahrungsboxen, kleine Container, Abdeckplatten oder Tabletts werden durch eine gerasterte Oberfläche mit dem Kubus als Basiselement verbunden und in unzählig viele Arten arrangiert werden. Designer Kopf sagt dazu: „MBK12 steht für die Freiheit, sich sein Möbelstück auch nach dem Kauf nach Belieben, und mit geringstem Aufwand umgestalten zu können.“

Erinnerungen an laue Sommerabende an Elbe und Rhein

Ein weiterer überraschender Blickfang ist die Kombination von Marmor und Metall. Beide Materialien sind kühl, elegant und haben oft ein hohes Eigengewicht. Der Couchtisch 'M8' Goldocker von twobold vereint diese Materialien auf ungewöhnliche Weise und nimmt den Materialien die Schwere. Wer sich beim Anblick an laue Abende an Elbe oder Rhein erinnert fühlt, tut dies nicht ohne Grund: Denn die Inspirationsquelle für den Beistelltisch lieferten zahlreiche Brückenkonstruktionen. Und sollte einem die Tischplatte oder das Gestell nicht mehr zusagen, lassen sich beide Komponenten einfach austauschen und neu kombinieren.

Eine Bühne für geliebte Kleidungsstücke

Julia Jessen von Schneid lässt zeitlose Eleganz wieder neu aufleben und hat mit Kleiderstande Fil eine perfekte Bühne für geliebte Kleidungsstücke geschaffen. Die Kleiderstange ist aus hochwertigem Messing oder auch farbig pulverbeschichtetem Stahl gefertigt und wird mit einem weißen Carraramarmor oder einem gemusterten Terrazzostein am Boden stabilisiert. Dieser Materialmix kreiert einen auffälligen Kontrast und spielt mit der Schwere und scheinbaren Schwerelosigkeit der Materialien.  

Eine Leuchte für alle Fälle

Die Oberfläche ist samtig, die Optik matt und die Kanten präzise: Die Schweizer Designerin Meri Zirkelbach hat sich auf Objekte aus Beton in besonders feiner Qualität spezialisiert. Bei ihrer Tischleuchte Valo trifft minimalistisches Design auf maximale Funktionalität. Drei sich perfekt ergänzende Materialien – gegossenes Hochleistungs-Beton, naturbelassenes Vollholz und ein mit Stoff umflochtenes Kabel – vereinen sich ohne unnötige Gelenke zum universellen Lichtspender für Schreibtisch, Esstisch oder Nachttisch.

Außergewöhnliche Produkt- und Materialkombinationen

Eine Sonnenbrille aus Plastik, eine Tasche aus Baumwolle - da muss doch mehr Individualität möglich sein? Das dachten sich auch die blickfang-Designer und überraschen daher mit ungewöhnlicher Materialwahl bei ihren Produkten.

Das Startup WoodLovers aus Flensburg hat sich zum Ziel gemacht, das Leben zu verschönern. Und zwar mit edlen Naturhölzern, die den urbanen Lifestyle aufgreifen. Durch die verwendeten Naturhölzer ist jedes Produkt ein Unikat. Die Taschen von Ingrid Hoffmann vereinen Minimalismus mit ungewöhnlichen Materialien, wie Taschen aus PINATEX®. Das innovative Naturtextil besteht aus Ananasblättern, die ein Nebenprodukt der Ananasernte sind. Beim Herstellungsprozess werden die Ananas-Fasern in einen lederartigen Textilstoff umgewandelt. Dieser Stoff hat ähnliche Eigenschaften wie Leder oder Kunstleder, ist dabei aber umweltfreundlich hergestellt und enthält keine schädlichen Chemikalien oder tierische Produkte. Alle Unikate werden in Kleinserien gefertigt.

 

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