Merkmale nachhaltiger Modelabels

Heute stellen wir dir 9 Merkmale nachhaltiger Modelabels vor...

Keine Massenproduktion

30 Kollektionen pro Jahr, Tendenz steigend – so viel produzieren die globalen Fast Fashion Labels durchschnittlich. Um für den Einkauf all dieser neuen Teile Platz im Kleiderschrank zu finden, landen Kleidungsstücke oft schon nach kurzer Zeit achtlos im Müll.  Dabei geht das auch anders. Das nachhaltige Schweizer Modelabel SODE beispielsweise produziert all seine Designs in limitierter Auflage von 10-20 Stücken. Dafür verwendet Carla Lehmann hochwertiges Textilrestposten von großen Unternehmen., So entstehen individuelle Lieblingsteile, die man lange trägt und wertschätzt.

 

Keine Unterwerfung den Trends

Trends kommen, Trends gehen - aber Stil bleibt! Jede neue Mode mitmachen, sich für jede Saison mit den aktuellen Kollektionen der großen Modelabels eindecken und die Kleidung nur wenige Male tragen, dass dieser übermäßige Konsum nicht nachhaltig sein kann ist klar. Dem entgegengesetzt steht die Idee der „Capsule Wardrobe“ – einer Garderobe, die zeitlos, qualitativ hochwertig und beliebig kombinierbar ist. Das Kölner Modellabel GY’BELL bietet hierfür mit seinen sportlich eleganten Casuallooks die perfekte Basis.

Natürliche Verarbeitung

2500 Liter Wasser benötigt man für die Herstellung eines Baumwoll T-shirts. Kein Wunder also, dass die Textilindustrie allein zum Färben von Stoffen weltweit jährlich zwischen sechs und neun Billionen Liter Wasser verbraucht. Die chemischen Verunreinigungen, die dabei anfallen, nicht miteinbezogen. Wie das auch nachhaltiger geht, zeigt uns die Schweizer Designerin Livia Naef. Für ihre neue Kollektion hat sie über 100-jährige Schweizer Leinenstoffe natürlich gefärbt: Mit Lebensmittelabfall aus der Industrie und Pflanzen wie Avocados, Spinat, Kurkuma Trester, Birkenblätter, Wau und Krapp. Entstanden sind einzigartige Designs aus pastelligen natürlichen Farben.

Natürliche Materialien

Für eine natürliche Verarbeitung unserer Ressourcen sind zweifelsohne auch naturbelassene oder naturverbunden Materialien eine notwendige Voraussetzung. Die Modeindustrie ist dabei glücklicherweise in den letzten Jahren immer kreativer geworden und so gibt es neben Bio-Baumwolle, natürlichem Leinen oder Hanf längst auch Produkte aus Ananasleder oder Eukalyptusfasern (Tencel). Das deutsche Taschenlabel burggrafburggraf setzt bei seinen außergewöhnlichen Accessoires beispielsweise auf die nachwachsende Rinde des Korkbaums.

Re- und Upcycling

1,5 bis 2 Millionen Tonnen Müll entstehen in der EU jährlich durch ungewollte Kleidung. Re- oder upcyclt werden davon allerdings nur rund 20 Prozent. Dabei erzählen gerade alte Stoffe eine Geschichte und geben einem Outfit einen neuen Ausdruck. So auch die einzigartige Kollektion des Hamburger Modellabels tentation, die aus Materialien besteht, die längst schon zu Müll erklärt wurden: Mit Zelten und Pavillons, die nach den Musikfestivals Hurricane und Fusion Festival zurückgelassen wurden und nun ein zweites Leben als wasserfeste Jacken, Hüten und Taschen bekommen, möchte die Designerin die Welt ein Stückchen sauberer zaubern.

Wenig Verschnitt

Eines der größten Umweltprobleme in der Modeindustrie ist der textile Müll. So befinden sich laut der Global Fashion Agenda 73 Prozent der Kleidung in einem linearen System des „Produzieren, Kaufen, Tragen und Wegwerfen“. Es werden alleine in Deutschland jährlich bis zu 400.000 Tonnen Textilabfall produziert. Doch nicht nur nach dem Tragen landen die Produkte im Müll – oftmals schon während der Produktion durch Verschnitt oder Überbestand. Dass sich aber aus genau diesen „Reststoffen“ noch tolle Kleidung fertigen lässt, zeigt das Label Buffet Clothing. Hier werden Stoffe aus kleinen italienischen Textilmanufakturen verwendet, die große Modemarken in der Regel ungenutzt liegen lassen. Und auch beim Berliner Label SUSUMU AI soll so wenig Stoffreste wie möglich übrigbleiben: Aus den Reststoffen ihrer Kleidung fertigt die Designerin z.B. noch Masken, Scrunchies oder Schlüsselanhänger.

Langlebigkeit

Wie dem Namen „Fast Fashion“ schon zu entnehmen ist, spielt das Thema Langlebigkeit hier keine große Rolle. Gerade bei Schuhen neigen Konsument:innen eher dazu wegzuwerfen, als sie zum Schuster zu bringen. So werden auch hier über 90 Prozent der Produkte nach einem linearen Nutzungszyklus weggeworfen. Um diesem Problem entgegenzuwirken hat das Schweizer Label VYN den ersten reparierbaren Sneaker der Welt entworfen. Anfällige Bereiche wie die Sohle oder die Fersenkappe kann man ohne großen Aufwand selbst austauschen. So wird nicht nur die Lebensdauer der Schuhe verlängert, sondern auch die Umwelt geschont.

Klimaneutralität

Die weltweite Textilproduktion stößt jährlich mehr CO2 aus als der gesamte Flug- und Schifffahrtsverkehr zusammen - Transportwege nicht miteingerechnet. Dabei reist eine konventionelle Jeans allein 40.000 Kilometer um die Welt. Dass die Modeindustrie also durch verkürzte Transportwege und regionale Produktion einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gehen könnte ist offensichtlich. Ein gutes Vorbild ist hier das Wiener Modellabel Rudolph Vienna: Die gesamten Home- und Modekollektionen werden im Umkreis von 150km vom eigenen Atelier gefertigt. Selbst die Knöpfe werden in Wien gefertigt . 

 

Empowerment und Unisex

Nicht nur in Bezug auf Nachhaltigkeit, Umwelt oder ethische und faire Arbeitsbedingungen schaffen viele Modelabels Veränderungen. Das Wort der Stunde: Empowerment. Hinter dem Schlagwort steckt der Ansatz Menschen mit den nötigen Ressourcen auszustatten, um deren Eigenverantwortung zu erhöhen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Faire und ethisch produzierte Mode hat das Potenzial Veränderungen voranzutreiben, Tabuthemen zu brechen und Sichtbarkeit zu schaffen. Sei es in Bezug auf Inklusion, Diversität oder Feminismus. So hat sich das Label Saenguin zum Ziel gesetzt Frauen zu empowern. Und das fängt schon in der Produktionskette an. Das Label arbeitet mit Hersteller:innen zusammen, die explizit Frauen fördern. Auch für den Designer Fabian Schmidt spielt Empowerment eine große Rolle. Mit seiner Unisex-Kleidung sprengt er die Aufteilung in Damen- und Herrenmode und stellt das Thema Diversität ganz oben auf seine Agenda.

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