Home away from home

Liebe Emilia, vielen Dank für die Einladung ins EmiLu. Als wir von der Lobby hoch in die Rooftop Lounge Lennarts geschlendert sind und du uns durch einige Zimmer geführt hast, hat es uns ja öfters den Atem geraubt. Soviel Architektur, Interior und Design sind in einem Hotel in Stuttgart selten.  Daher frage ich mal ganz direkt: Ist Stuttgart in deinen Augen eine Design-Stadt?

Vielen Dank, das gebe ich gerne weiter an meine Mutter Petra Bräutigam. Sie hat federführend mit Blocher Partners das Interior Design liebevoll zusammengestellt. Mit dem Begriff Design verbindet man oft Mode, Möbel oder Interieur. Da fallen einem tatsächlich erstmal Städte wie Mailand oder Paris ein. In meinen Augen ist Stuttgart eine Design-Stadt. Stuttgart ist eine Stadt, aus der unglaublich viele Erfindungen und Innovationen hervorgehen, besonders, aber eben nicht nur, in der Automobilbranche. Es gibt zahlreiche Architekten, Innenarchitekten und unglaublich viele begabte Agenturen und Kreative, die Stuttgart berechtigt zu einer Design-Stadt machen. Wir müssen nur mutiger werden, dass auch anzuerkennen und stolz nach draußen zu tragen.

 

 

Der Name EmiLu ist ebenfalls besonders. Für was steht der Name „EmiLu“?

Tatsächlich hat der Name eine besondere Bedeutung für uns. Denn er setzt sich aus dem zweiten Vornamen meiner Mutter, Luise, und meinem Namen, Emilia, zusammen. Der Hotelname stand für meinen Vater schon sehr früh fest, denn er wollte das Hotel den beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben widmen. Eine große Ehre für mich.

Also steckt sehr viel Persönlichkeit und Herzblut in eurem Hotel-Projekt….

Ja, nicht nur im Namen steckt sehr viel Herzblut, das Hotel ist ein echtes Familienprojekt. Die Möblierung der Zimmer hat meine Mutter übernommen. Sie hat in enger Zusammenarbeit mit den Architekten von Blocher Partner das Interior Design gestaltet, so wurde für jedes Zimmer die passende Farbe in Kombination mit den Möbeln ausgewählt. Wo braucht es etwas Frisches, wo was Ruhiges? Meine Mutter war über all die Jahre unter anderem auf Auktionen und hat Design-Klassiker ersteigern können, die dem ganzen Haus und den Zimmern nochmal einen besonderen Charakter geben.

Ich bin komplett fasziniert von ihrer Vorstellungskraft, sich jeden einzelnen Raum fertig vorzustellen, noch während der Planungsphase, ohne vorher jemals in dem Zimmer gewesen zu sein. Es ist eine große Gabe, die meine Mutter besitzt, zu wissen und spüren, welcher Stoff und welche Farben harmonieren und perfekt zueinander passen. Zudem bewundere ich ihr Organisationstalent und Ihren Weitblick. Man kann sich als Außenstehender gar nicht vorstellen, auf was man bei der Planung und Einrichtung eines Hotels alles achten muss.

Das Hotel ist damit ein besonderer Wohlfühlort. Es war von Anfang an unser Grundgedanke, der uns bei allen Entscheidungen begleitet hat: „Komm an und fühl dich wie Zuhause.“

Vor all dem Hintergrund - was macht in deinen Augen eine gekonnte Innenarchitektur bei Hotels aus?

Da kann ich sehr gerne meine Mutter und ihr Credo zitieren. Die Herausforderung bei Hotels ist es, ‚Design, Funktionalität, Praktikabilität und Kosten unter einen Hut zu bringen.‘ Wir möchten etwas Besonderes bieten, dabei aber authentisch bleiben. Und das Besondere reicht von der Materialität über die Einrichtung hin zum Service. Wir sind zwar ein Design-Hotel, aber in erster Linie eben doch ein Hotel – und hier steht die Funktionalität im Fokus.

Auf welche Details habt ihr außerdem beim Interior geachtet?

Uns ist es sehr wichtig, dass sich das Farbkonzept und die Materialität wie ein roter Faden durch alle öffentlichen Bereiche und die einzelnen Zimmer zieht. Wir haben auf hochwertige Materialien und ein zeitloses Design geachtet. Wir arbeiteten eng mit den Firmen Lignet Roset, Freifrau und Arflex zusammen, haben Vintagemöbel dazu gekauft aus Versteigerungen, über Fifty Fifty und überall, wo wir schöne Dinge gefunden haben.

Das klingt nach einem Großprojekt mit unglaublich vielen Details. Wie viel Zeit ist von der ersten Idee über die Umsetzung bis zur Eröffnung vergangen?

Im Jahr 2014 hat mein Vater das Gebäude in der Nadlerstraße 4 und Steinstraße 2 erwerben können. Knapp zwei Jahre später haben wir mit dem Bau begonnen und konnten mit etwas Verzögerung am 01. September 2021 unsere Türen für Gäste und Besucher eröffnen.

Hast du einen persönlichen Lieblingsort im Hotel?

Tatsächlich habe ich mehrere Lieblingsorte. Zum einen hier oben in der Rooftop Lounge Lennarts, dem zweiten Wohnzimmer unserer Gäste. Es ist ein wunderbarer Rückzugsort – man sieht Stuttgart nochmals aus einer völlig neuen, wunderschönen Perspektive. Da mir der direkte Kontakt mit Menschen unglaublich wichtig ist, ist auch unsere Lobby einer meiner Lieblingsorte. Von den Zimmern ist die Lu Suite 403 mein Favorit. Sie ist rot und hat sehr hohe Decken, dadurch entsteht ein richtiges Loft-Feeling.

Liebe Emilia, wir danken dir für das angenehme und informative Gespräch.

EmiLu Hotel GmbH
Nadlerstraße 4
70173 Stuttgart

www.emilu-hotel.com

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